10 gute Gründe für das Beten im
Geist
von Ingolf Ellßel, Präses des Bundes
Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)
1. In Apostelgeschichte 2,4 steht geschrieben: „Und
sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an. in anderen
Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab", Es ist das
Anfangszeichen oder das Zeugnis für die Taufe im Heiligen Geist. Es ist
das übernatürliche Zeichen, wie es in der Bibel verheißen wurde. Jeder,
der so „im Geist betet", macht sich selbst und anderen bewusst, dass Gott
sein Wort immer noch erfüllt. In Apostelgeschichte 10,46 lesen wir, woran
die jüdischen Christen erkannten, dass die Heiden im Hause Kornelius den
Heiligen Geist empfangen hatten." Sie hörten sie in Zungen reden und Gott
hoch preisen"
2. In der Bibel wird uns unter anderem ein
geistliches Ergebnis der Zungenrede mitgeteilt: Wer in Sprachen redet,
erbaut sich selbst (1 Korinther 14,4). Die urtextliche Bedeutung von
Erbauung kann man aus der modernen Sprache auch mit „aufladen" besser
wiedergeben. Es geht hierbei um geistliche Kraftaufladung des inneren oder
neuen Menschen. Der wird ja nicht ständig ab- und wieder aufgebaut,
sondern er lässt im Alltag Kraft und bedarf neuer Kraft. Andere
Bibelausleger sprechen hier vom „auftanken".
3. „Wenn ich in Zungen bete, so betet mein
Geist,... " (1 Korinther 14,4). Die Bibel lehrt uns, dass der Mensch im
Garten Eden durch den Sündenfall im Geist gestorben ist. Jesus predigt die
Wiedergeburt des menschlichen Geistes (Johannes 3, 6+7). Alle Gaben, die
Gott dem Menschen geschenkt hat, müssen durch Training entwickelt werden.
Der Körper, Verstand, usw. auch der wiedergeborene Geist. Die Zungenrede
lässt den Geist beten. Ein wunderbares Training mit guten geistlichen
Folgen.
4. Der Verstand darf sich Ausruhen, „...aber mein
Verstand ist ohne Frucht" (1 Korinther 14,14). Wir sind von Kind an in der
Verstandesschulung. Die Verstandesprüfungen schlagen sich jahrelang in den
Zeugnissen nieder. Wer im Leben durchkommen will, muss denken, schnell und
genau. Das sind gewichtige Prägungen. Jetzt sagt uns die Bibel: "Verlass
dich nicht auf deinen Verstand,.."(Sprüche 3,5). Ja, das ist eine
vertrauensvolle Beziehung zum Herrn, der Macht hat im Himmel und auf
Erden. Zungenreden schafft Vertrauen im Geist zu Gott. Dabei darf der
Verstand ausruhen und wird nicht ein für allemal abgeschaltet. Gott
bewahre, dass wir auch nur eine seiner Gaben missachten.
5. Die
Zungenrede erinnert uns an die Gegenwart von Gottes Geist. Der Vater gibt
uns einen Beistand, seinen Heiligen Geist, den die Welt nicht beachtet
noch erkennt; ihr aber kennt ihn denn er bleibt bei euch und wird in euch
sein." (Johannes 14,16+17). In einer Pastorenfamilie bekam ich ungewollt
einen Wutausbruch der 17-jährigen Tochter mit. Als sie schreiend in die
Stube kam und mich dort sitzen sah, wurde sie rot und entschuldigte sich
beschämt. Ich wies sie auf den Heiligen Geist hin, der in ihr wohnte und
gab ihr den Rat, sich vor ihm und nicht vor mir zu schämen. Wer in Zungen
betet, hat einen hörbaren Beweis der Gegenwart des Heiligen Geistes in
seinem Körper.
6. Wenn wir in Zungen beten, sind wir in
Übereinstimmung mit Gottes vollkommenen Willen. „Ebenso kommt aber auch
der Geist unserer Schwachheit zur Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir
beten selten, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst tritt für uns ein
mit unaussprechlichem Seufzern. Der aber die Herzen erforscht...vertritt
die Heiligen so." Was hier in Römer 8,26+ 27 steht ist ein weiterer Beleg
des guten Gebets in Zungen. Wir wissen oft nicht, aber der Geist weiß Dies
kann sich aber auch im gelenkten Gebet in unserer verständlichen Sprache
ereignen. Manchmal auch über Bitten und Verstehen.
7. Ebenfalls
wird der Glaube gestärkt. „Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf eurem
heiligsten Glauben, betet im Heiligen Geist" (Judas 20). Wem der Glauben
schwindet, wer in großer Anfechtung steht, und wer vor wichtigen
Entscheidungen steht, darf sich im Glauben stärken und
erbauen.
8. „Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der
Gemeinde;..," hier hören einige Ausleger auf die Bibel zu zitieren. Aber
es geht weiter „...er rede aber für sich selbst und zu Gott." 1 Korinther
14,28). Der Volksmund sagt: „Reden ist Silber Schweigen ist Gold" Nun, wo
viel geredet wird, geht es ohne Sünde nicht zu. Die Zunge des Menschen ist
ein unstetes Übel, voll tödlichen Gifts (Jakobus 3,7). Wie groß ist die
Sehnsucht nach einer Sprache mit der man noch nicht gesündigt hat. Im
Alltag sollten wir unser loses Mundwerk zügeln, aber innerlich für uns zu
Gott in Sprachen beten. Kein Schaden nach Außen, aber Gewinn nach
Innen.
9. Wer so im Geist betet, redet Geheimnisse mit Gott (1
Korinther 14.2), Wie gut, dass wir nicht alles wissen müssen. Vieles klärt
sich auch ohne unser Sorgen. Oft wissen wir nicht, wie wir beten sollen,
aber im Geist reden wir die Geheimnisse unserer Lebenssituation und
Herausforderungen zu Gott. Im Geist werden wir in Kommendes eingeweiht,
welches sich durchaus in prophetische Wahrnehmung niederschlägt. Innere
Gewissheit entsteht, über Vorgänge die wir nie gesehen noch verstanden
haben. „Denn Gottes Geist gibt unserem Geist Zeugnis, dass wir Gottes
Kinder sind." (Römer 8,16).
10. Wer im Geist betet, erfährt
Danksagung zu Gott, ohne dass die Worte ausgehen. In 1 Korinther 14,17
lesen wir in der Abhandlung des Paulus von der Tatsache, dass wir im Geist
lobpreisen und lobsingen können Wie oft und schnell geht uns das Vokabular
aus, um Gott einen gebührlichen Dank zu bringen. In Vers 17 gebraucht
Paulus den Ausdruck „Du magst wohl schön danksagen". Und er schließt sich
der Auffassung an, dass der Lobpreis im Geist grundsätzlich schön ist und
Sinn hat.
Wie empfängt man den Heiligen Geist?
„Und sie
warfen sich anbetend vor ihm nieder und kehrten mit großer Freude nach
Jerusalem zurück. Und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott."
Lukas 24,52-53
Eine überaus fröhliche Schar, die sich da aufmachte, um
nun in Jerusalem auf „die Verheißung des Vaters" zu warten, die Jesus so
formulierte:
„Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist
über euch kommt, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz
Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde." Apostelgeschichte 1,8
Es
soll darum etwas überaus Frohes sein, wenn wir sehen, dass wir mit der an
sich ebenfalls so herrlichen Wiedergeburt nochlange nicht alles „haben",
dass da noch eine Taufe im Heiligen Geist folgt; dies ebenfalls alles
andere als eine Endstation — es bleibt ja immer wieder „nur" Angeld (2
Korinther 1,22).
Frohmachend soll dies verstanden sein, wenn wir ein
paar Hilfen zur Geistestaufe anführen. Lasst uns keine biblischen
Bürokraten sein mit ihren Schemata „So, und nur so"!
Unser Herr hat
sich gebunden an sein eigenes Wort — aber er ist nicht Sklave von Menschen
zurechtgelegten geometrischen Formeln. „Der Herr ist Geist; wo aber der
Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!" (2 Korinther 3,17). Aber doch ein
paar Antworten auf die Frage: „Wie werden wir denn getauft im Heiligen
Geist?"
Buße
Eine erste Voraussetzung: „Tut
Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur
Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes
empfangen" (Apostelgeschichte 2,38). In knappen Worten: Hier sind zwei
Seiten der Buße angezeigt, einmal als Generalentscheidung, sein Leben
unter die Herrschaft Gottes zu stellen — und ein demütiges Herz, das
bußfähig bleibt, alles Hohe, Anmaßende und Selbstsichere immer wieder
zerbrechen zu lassen. Wo wir uns demütigen, wirkt der Heilige
Geist!
Reinigung
„Er gab ihnen den
Heiligen Geist, nachdem er durch den Glauben ihre Herzen gereinigt hatte"
(Apostelgeschichte 15,8-9). Gott gibt dein Heiligstes nicht in jeden
Schmutzkübel, deponiert seine Perlen nicht in „Säue" (Matthäus 7,6). Wir
müssen im Licht wandeln wollen (1 Johannes 1,7).
Unser Herr entmutigt
uns dabei nicht! Denn der Heilige Geist kommt nicht als Folge unserer
Sündlosigkeit, quasi als Auszeichnung eines sündlosen Wandels, sondern er
hilft uns zur Sündenüberwindung. Reinigung durch Buße, Reinigung durch
Halten des Wortes (Johannes 15,3) — und wir werden „geheiligt durch den
Heiligen Geist" (Römer 15,16).
Glaube
Auch das ist sehr wichtig: „Er
bitte aber mit Zuversicht und zweifle nicht ...
Denn ein solcher
Mensch meine nicht, dass er vom Herrn etwas empfangen werde" (Jakobus 1,6)
— das gilt auch im Blick auf Erfahrungen mit dem Heiligen Geist. „Das
sagte er mit Bezug auf den Geist, den die empfangen sollten, die an ihn
glaubten" (Johannes 7,39).
Natürlich ist die Belehrung über die
Geistestaufe von Bedeutung. Wenn ich glaube, dass ich schon alles habe,
werde ich auch nichts empfangen. Eine Belehrung, die nur Zweifel und
Fragen nährt, ist eine Barrikade für weitere Segnungen, denn „...der
Glaube kommt aus der Predigt!" (Römer 10,17).
Glaube bettelt nicht. Wir
bitten um den Heiligen Geist, das ist richtig. Dann aber glaubt der
Glaube, dass er empfangen hat (Markus 11,24; 1 Johannes 5,14.15). Dann
werden wir nicht jahrelang um eine Geistestaufe bitten müssen. Wir
glauben, empfangen zu haben — und stellen nicht ab auf irgendwelche
Gefühle, aufs Zungenreden oder was immer.
Und wichtig ist, dass dieser
Glaube durchhält, nicht nur momentan aufflammt — und, wenn sich dann nicht
die gewünschte Vorstellung erfüllt, sogleich zusammenbricht. Es ist das
geringste aller Risiken, sich auf das Wort Gottes zu verlassen: „...denn
so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, daher auch das
Amen, Gott zur Ehre durch uns. Der aber uns mit euch Festigkeit gibt..."
(2 Korinther 1,20.21).
Dann aber muss es auch zur Erfahrung kommen.
Echter Glaube wird auch zur Erfahrung des Geglaubten führen. Die Jünger
haben zehn Tage geglaubt — dann aber brach ein Sturm los und hat sie
mitsamt ihrem Haus plus Jerusalem gehörig geschüttelt. So lasst uns
glauben, dass der Herr mit Heiligem Geist tauft — und es dann auch
erfahren.
Gebet
Eine Gebets- und
Glaubensatmosphäre in unseren Herzen und Gemeinden ist wieder elementar
wichtig! Welch ein Lobpreis unter den Jüngern! Da war große Freude, sie
waren „allezeit im Tempel, priesen und lobten Gott" Und: „werdet voll
Heiligen Geistes und redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und
geistlichen Liedern; singet und spielet in eurem Herzen dem Herrn"
(Epheser 5,18.19).
Dabei ist es gut, den Herrn für sich allein zu
suchen. Der Heilige Geist ist nicht nur in Gotteshäusern. Und doch ist die
Gemeinde darin eine große Hilfe. Sie tut ja auch den Dienst der Fürbitte,
und übrigens auch der Handauflegung. Letzterer ist keine Voraussetzung für
die Geistestaufe, kann aber eine Hilfe sein: Als „Anfangslehre" in Hebräer
6,2 aufgeführt, finden wir die Handauflegung im Gebet mit Kranken, beim
Segnen von Kindern und auch beim Empfang der Geistestaufe
(Apostelgeschichte 8,17; Apostelgeschichte 19,6).
Gehorsam
„Gott hat den Heiligen Geist
denen gegeben, die ihm gehorchen" (Apostelgeschichte 5,32). Gerade im
Gebet kann uns Gott Dinge zeigen, in denen wir gehorsam werden sollen. Er
kann uns zeigen, dass etwas in Ordnung zu bringen ist — ich habe andere
verletzt, zu Schaden gebracht, etwas drückt mich im Gewissen. Dass wir uns
Einfügen in die Gemeinde. Dass wir bereit sind, einem Ruf zu folgen, der
sich in unserem Herzen abzeichnet.
Jesus selbst wurde „gehorsam bis zum
Tode, ja, bis zum Tode am Kreuz" (Philipper 2,8), und dann fiel das Feuer
an Pfingsten. Dabei ist dies alles nicht Verdienst. Die Geistestaufe
bleibt eine Gabe (Apostelgeschichte 2,38). Und doch liegt eine tiefe
Wahrheit in Hudson Taylors Ausspruch: „Gott gibt den Heiligen Geist nicht
denen, die nach ihm verlangen, nicht denen, die um ihn beten, und nicht
denen, die immer mit ihm erfüllt sein wollen, sondern denen, die ihm
gehorchen."
Jesus ist der Täufer
Wir können so
beschäftigt sein mit der Geistestaufe, mit den zu erwartenden Gefühlen und
so weiter, dass wir die Hauptsache aus dem Zentrum verschieben: Es geht um
den Herrn - alles andere kommt nebenbei. Nicht eine Gemeinde, nicht
bevollmächtigte Diener Gottes — der Herr selbst ist der Täufer im Heiligen
Geist.
Beten im Geist
Wir müssen Gott im
Geist anbeten (Johannes 5,24). In 1 Korinther 14,14ff unterscheidet Paulus
zwischen Beten im Geist und Beten mit dem Verstand. Viele sind im Heiligen
Geist getauft - und reden nicht in neuen Zungen, obwohl sie dies durchaus
könnten. Sie sind vielleicht falsch belehrt, sind ängstlich und meinen,
selber etwas zu fabrizieren. Nun müssen wir ja selber reden - es redet
nicht durch uns! „... und sie fingen an, in anderen Zungen zu reden, wie
der Geist ihnen auszusprechen gab!" (Apostelgeschichte 2,4). „Im Geist"
auf den Herrn zu warten, auch innerlich hinzuhören, was der Geist
auszusprechen gibt, dies nicht alles mit dem Verstand knechten wollen -
und wir werden bald den Herrn in einer wunderbaren Sprache
anbeten.
Die herrlichen Folgen
Sie können hier
nur angedeutet werden, aber sie sind wunderbar: Der Heilige Geist in
seiner Fülle wirkt eine zarte Aufnahmebereitschaft des ganzen Wortes
(Apostelgeschichte 2,41), er tauft uns in die Agape, die Liebe, Gottes
(Römer 5,5), rüstet uns mit Geistesgaben aus, macht es uns zum Vorrecht,
uns verbindlich in eine lebendige Gemeinde einzuordnen (Apostelgeschichte
2,41). Er wirkt Opferbereitschaft (Apostelgeschichte 4,33.35) und stimmt
in uns immer wieder eine Sinfonie der Anbetung und des Lobgesanges an
(Apostelgeschichte 2,41ff)!
Und über allem: Die Fülle des Geistes
verherrlicht in und durch uns Jesus (Johannes 16,14; Offenbarung 19,10).
Glaube, denn er will Dir diese Erfahrung heute schenken!
Wenn ich hier von der Geistestaufe rede, so tue ich das
als Vertreter der klassischen Pfingstbewegung, denn die pfingstliche Lehre
von der Geistestaufe als ein spezielles Erlebnis wird, vor allem bei uns
in Deutschland, von einer Reihe unserer charismatischen Brüder und Freunde
immer noch bestritten und ist für viele ein Stein des Anstoßes.
Ich bin
immer betrübt, wenn man der Pfingstbewegung unterstellt, sie lehre einen
mehrstufigen Heilsweg. Aber die Pfingstbewegung, mit Ausnahme weniger
Außenseiter und Extremisten, hat noch nie einen zwei oder mehrstufigen
Heilsweg gelehrt. Sie lehrt zwar viele Erfahrungen mit Gott, dem Heiligen
Geist, aber niemals einen mehrstufigen Heilsweg. Diese weiteren
Erfahrungen mit dem Heiligen Geist sind Schritte auf dem Heilsweg, den wir
mit der Wiedergeburt betreten haben, aber keine Stufen. Eine Stufe
bedeutet ja immer eine Überhöhung des Vorherigen. Aber wir glauben nicht,
dass der Christ durch die Geistestaufe eine höhere Stufe einnimmt und auf
andere herabschauen kann. Er ist auf dem Weg der Gnade einen Schritt
weitergegangen. Er hat eine neue wichtige Erfahrung gemacht, durch die ihm
Christus größer und sein Christenleben vertieft und bevollmächtigt
wird.
Ich hielt einmal einen Vortrag vor einer Pastorenkonferenz.
Diesem Vortrag folgte eine Aussprache. Dabei wurde mir die Frage gestellt:
"Kann es denn überhaupt noch mehr geben als die Gotteskindschaft? Das ist
doch die Grunderfahrung. Wer diese Erfahrung gemacht hat, hat den Heiligen
Geist und damit alles?! " Meine Antwort war: "Es gibt nicht mehr Heil als
die Gotteskindschaft, aber es gibt mehr für Gotteskinder als die
Grunderfahrung." So ist zum Beispiel unsere Verwandlung in das Bild Jesu
ein Werk des Heiligen Geistes. Nach Römer 8,11 wird ebenso einmal unsere
Auferstehung eine Erfahrung mit dem Heiligen Geist sein. Nach der
Wiedergeburt, und auch nach der Geistestaufe, gibt es weitere herrliche,
wichtige und wunderbare Erfahrungen durch den Heiligen Geist, die
natürlich alle machen klar, dass "mit Heiligem Geist getauft werden" eine
besondere, zusätzliche Erfahrung ist.
Die Erfahrung, die die Jünger
zusätzlich zu allem, was sie jetzt schon hatten, machen sollten, wurde
"mit Heiligem Geist getauft" genannt. Nicht die Überführung von der Sünde
oder die Gewissheit der vollbrachten Erlösung durch Jesus sowie Seiner
Auferstehung. Alles dieses hatten sie ja vor Pfingsten. Die Geistestaufe
war eine zusätzliche spezielle, geistliche Erfahrung, die ihnen trotz
aller bisherigen Erfahrungen noch fehlte.
Wir müssen eine
Unterscheidung zwischen dem Pfingstereignis und der Pfingsterfahrung der
Jünger machen. Das Pfingstereignis ist einmalig und unwiederholbar. Es hat
eine heilsgeschichtliche Dimension.
Als Jesus auf Erden war, war Er der Paraklet seiner
Jünger. In 1 Johannes 2,1 wird Jesus der Parakletos genannt: "So haben wir
einen Parakletos bei Gott, . . . einen Fürsprecher, der für uns eintritt..
." In Seinen Abschiedsreden sagt Er: "Einen anderen Parakleten (Tröster)
wird Gott senden." Mit diesem Wort "einen anderen" sagt Er, dass Er sich
bis jetzt als ihr Parakletos (Beistand, Helfer) verstand. Das, was Jesus,
als Er auf Erden lebte, an den Jüngern persönlich durch Augenzeugenschaft,
Miterleben, Wort, Handreichung und Zuspruch wirkte, das wirkt jetzt alles,
nach dem Kommen des anderen Parakleten, der Heilige Geist. In diesem Sinne
ist Heilserfahrung heute die heilsentscheidende Wirkung des Heiligen
Geistes. Er überführt von der Sünde, von der Gerechtigkeit, vom Gericht.
Sein Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder
sind.
Weil der Heilige Geist als der "andere Paraklet" zu Pfingsten in
die Welt kam, wirkt Er jetzt alles das, was die Jünger durch Jesus selbst
bekamen. Aber darüber hinaus soll Er auch die Erfahrung schenken, die die
Jünger bis Pfingsten nicht hatten. Diese besondere Erfahrung nennt das
Neue Testament Geistestaufe. Erst mit dieser zusätzlichen, besonderen
Erfahrung erfüllte sich das Wort: Er wird euch mit dem Heiligen Geist
taufen." Die Apostel selber beriefen sich später bei einer ähnlichen
Erfahrung darauf: "Da dachte ich an das Wort des Herrn: »Johannes hat mit
Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft
werden.«"
Das Pfingstereignis ist tatsächlich mehr als diese spezielle
Pfingsterfahrung der Jünger. Das Pfingstereignis ist das
heilsgeschichtliche Kommen des Heiligen Geistes in die Welt und die
Übernahme des Parakletendienstes für die gesamte Menschheit. Mit Pfingsten
begann eine neue Epoche, die Epoche des Geistes, in der wir jetzt leben (2
Korinther 4, 6). Der Heilige Geist führt jetzt als der andere Paraklet in
das hinein, was die Jünger auch schon vor Pfingsten hatten, aber gibt
zusätzlich die Geistestaufe, die die Jünger erst zu Pfingsten empfingen.
In unseren Tagen ruft der Herr durch den Heiligen Geist zur Umkehr und zur
Nachfolge, überführt von Sünden, schenkt lebendigen Glauben und Frieden.
So lässt Er uns Erlösung erfahren und der Annahme als Gotteskind gewiss
werden. Aber nicht alles, was der Geist seit Pfingsten wirkt, wird im
Neuen Testament "Geistestaufe" genannt, sondern nur eine an Pfingsten
gemachte spezielle Erfahrung. So ist also zu unterscheiden zwischen
Pfingstereignis (Kommen des Heiligen Geistes in die Welt als der andere
Paraklet) und der Pfingsterfahrung der Jünger, (dem "getauft werden mit
dem Heiligen Geist").
Diese Pfingsterfahrung war für die Jünger keine
nebensächliche Hobbyerfahrung. Der Herr Jesus befahl ihnen, dass sie nicht
von Jerusalem wichen, sondern auf die Verheißung des Vaters, auf das
Getauft werden mit dem Heiligen Geist warteten. Diese Geistestaufe war
nicht die Heilserfahrung der Jünger, sondern Ausrüstung zum Dienst mit
Kraft aus der Höhe (Apostelgeschichte 1,8): "Ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch kommen wird, und werdet Meine Zeugen
sein."
Zu Pfingsten kam der Heilige Geist in die Welt, aber die Welt
wurde nicht geistgetauft, sondern nur die Menschen, die schon das Heil
hatten. Das heilsgeschichtliche Pfingstereignis ist unwiederholbar im
Gegensatz zur Pfingsterfahrung der Jünger. Die Geistestaufe als Erfahrung
war und ist wiederholbar.
Es ist doch erstaunlich, wie Pfingstereignis
und Pfingsterfahrung verwechselt werden. Viele Christen sagen: "Pfingsten
ist unwiederholbar und einmalig, deshalb kann es die Erfahrung einer
Geistestaufe, Zungenrede und Kraftwirkungen nach Pfingsten nicht mehr
geben." Da muss man ihnen die Frage stellen: "Was war denn eigentlich im
Hause des Kornelius?" "Ja", sagt man dann, "das war das Pfingsten der
Heiden." Also gibt es zwei Pfingsten nach ihrer Meinung! "Und was war denn
in Samaria?" "Das war das Pfingsten der Samariter!" Demnach hätte man
schon drei Pfingsten. Pfingsten wäre kein einmaliges Ereignis. Wenn man
den Unterschied machen würde zwischen dem Pfingstereignis, in seiner
Einmaligkeit, und der Pfingsterfahrung der Jünger, dann wäre das Problem
gelöst. Nicht Pfingsten hat sich wiederholt, sondern die Pfingsterfahrung
der Jünger. Diese Pfingsterfahrung ist genauso wiederholbar wie die
Wiedergeburtserfahrung und der Empfang der Heilsgewissheit. Das ist heute
noch möglich, ohne dass deswegen die Einmaligkeit des Pfingstereignisses
auch nur irgendwie berührt wird. Bei der Einmaligkeit des
Pfingstereignisses wird die persönliche Erfahrung der Geistestaufe in der
Bibel ohne jede Hemmung bezeugt.
In Apostelgeschichte 8,12-16 wird uns berichtet, dass
durch den Dienst des Philippus in Samaria eine Erweckung ausbrach und
viele Menschen gläubig wurden, u. a. auch Simon der Zauberer. Sie wurden
gläubig und ließen sich taufen. Aber der nächste Satz sagt: "Da es aber
vor die Apostel in Jerusalem kam, dass Samaria das Wort Gottes angenommen
hatte, da sandten sie Petrus und Johannes, dass sie mit ihnen beteten,
damit sie den Heiligen Geist empfingen, denn Er war noch auf keinen von
ihnen gefallen." Sie waren also gläubig, hatten das Wort angenommen und
doch: Eine bestimmte Erfahrung, "das Fallen des Geistes auf sie", hatten
sie noch nicht gemacht. Diese Erfahrung wurde erst später unter der
Handauflegung und dem Gebet von Petrus und Johannes geschenkt.
Ähnlich
ist es in Apostelgeschichte 9,17. Christus begegnet auf dem Wege nach
Damaskus dem Saulus von Tarsus. Er erkennt Jesus als den Herrn, erblindet,
betet und wartet auf Gottes Wegweisung. Gott sendet einen Boten, der mit
ihm beten soll, "dass er wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt"
würde. Dass es sich hier nicht um die Wiedergeburt handelt, geben alle zu,
die sonst immer sagen, die Pfingsterfahrung ist die Wiedergeburt. Paulus
hatte ja Jesus durch den Heiligen Geist einen Herrn genannt und sich ganz
unter Seinen Willen gestellt. Er war schon ein auserwähltes Werkzeug
Gottes und berufen zu dem Dienst unter den Völkern. Was er jetzt empfing
war eine Erfüllung mit dem Heiligen Geist.
In Apostelgeschichte 10
haben wir den bekannten Bericht über Kornelius. Wir sehen an dem Verhalten
des Petrus, wie schwer es doch ist, sich von Vorurteilen zu lösen. Seine
Vorurteile hinderten ihn, ein klares Wort Jesu richtig zu verstehen. Die
Worte "Gehet hin in alle Welt, predigt aller Kreatur", erfuhren durch
seine nationalorientierte Frömmigkeit starke Einschränkungen. Petrus
weigerte sich zunächst, in das Haus des Kornelius zu gehen. Gott musste
ihn durch ein Gesicht erst willig machen, diesen Weg zu gehen. Heiden
gehörten für ihn immer noch nicht zur erlösten Kreatur. Dass Gott auch"
unreine Heiden" reinigen kann, das war ihm zuviel. Erst nach der
göttlichen Belehrung geht er zu ihm und fängt an zu predigen. Während er
predigt, fällt der Heilige Geist auf die "Heiden", und sie preisen Gott in
neuen Zungen. Die Männer, die mit Petrus gekommen waren, verwunderten
sich, dass auch auf die Heiden der Heilige Geist ausgegossen wurde. Petrus
sagt: "Sie haben den Heiligen Geist empfangen gleich wie auch wir." Als er
später wegen der Heidentaufe angegriffen wird, verteidigt er sich mit den
Worten: "Sie haben doch den Heiligen Geist empfangen gleich wie wir am
ersten Anfang" (Apostelgeschichte 11, 13-15).
Es gibt heute Christen,
die zwischen der Pfingsterfahrung und den späteren, in der
Apostelgeschichte berichteten Geisteserfahrungen, grundsätzlich
Unterschiede feststellen wollen. Zu Pfingsten wäre ein völlig anderes
Zungenreden aufgetreten als an den anderen Stellen des Neuen Testaments.
Einige kommen dabei auf vier verschiedene Zungenreden. Das Zungenreden von
Pfingsten war einmalig und total anders, als alles spätere Auftreten
dieser Gabe. Aber der Apostel Petrus bezeugte über das Geschehen im Hause
des Kornelius: Es war "wie bei uns am ersten Anfang". Also, die
Verstehbarkeit der Zungenrede war nicht das Kennzeichen für das gleiche
Erlebnis, sondern der Empfang einer nicht gelernten Sprache, in welcher
sie Gott priesen und lobten.
Für Petrus und seine Begleiter, für diese Augen und
Ohrenzeugen, waren das Ereignis von Pfingsten und das Ereignis im Hause
des Kornelius absolut das gleiche. Die Umstände mögen verschieden gewesen
sein, aber es war für sie die gleiche Erfahrung.
Apostelgeschichte
19,5-6. Paulus kam nach Ephesus, findet dort einen Kreis von Jüngern und
fragt. "Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?"
Diese Frage ist für manch einen Christen von heute nicht zu verstehen.
Doch Paulus hatte für solch eine Frage sicher Gründe, die gar nicht so
schwer zu begreifen sind. Vielleicht hat er vermisst, dass sich
Geistesgaben äußerten, dass dort jemand in Zungen betete usw. Es gab
etwas, das ihn stutzig machte. Er behauptet nicht gleich: "Ihr habt den
Heiligen Geist nicht empfangen"; aber er fragt. Dabei stellt er fest, dass
diese Jünger noch nicht wussten, ob der Heilige Geist schon da sei. Nach
Belehrung werden sie auf den Namen Jesu getauft und empfangen unter
Handauflegung Heiligen Geist, reden in Zungen und prophezeien.
Wir
sehen also: die Pfingsterfahrung wiederholte sich und pflanzte sich fort.
Kirchengeschichtliche Zeugnisse könnten hier mühelos angefügt werden. Eine
fast lückenlose Kette von Zeugen zeigt, dass die Pfingsterfahrung nicht
einmalig blieb. Bis ins vierte Jahrhundert erwartete man
selbstverständlich, dass Christen nach der Taufe den Heiligen Geist
empfingen, in Zungen redeten und prophezeiten. So wird es in den Urkunden
berichtet.
Man hat immer behauptet, wir verträten mit der Anschauung,
dass ein Unterschied zwischen der Heilserfahrung und dem Kraftempfang in
der Geistestaufe besteht, eine neue Lehre. Doch wir haben nur eine alte
Lehre wieder neu entdeckt. Ein Blick in die alten, vorreformatorischen
Kirchen macht es klar. Ob das die römischkatholische Kirche ist, die
orthodoxe Kirche, die koptische Kirche oder die Kirche der sogenannten
"ThomasChristen " in Indien, oder noch andere alte christliche Gruppen:
Alle diese alten Kirchen bezeugen durch ihre Riten oder Sakramente immer
zwei unterschiedliche wichtige Geisteserfahrungen. Die Heilserfahrung
binden sie alle an die Taufe, die für sie das Sakrament der Wiedergeburt
ist. Ohne diese "Wiedergeburt" ist jeder Mensch verloren deshalb kennen
sie die Nottaufe. Sie bezeugen damit, dass die Wiedergeburt die
Heilserfahrung ist obwohl sie zu einem Sakrament verfälscht wurde. Alle
diese Kirchen kennen noch ein zweites Sakrament: Die Firmung zum Empfang
der Kraft des Heiligen Geistes. Die Lehre von der heilsentscheidenden
Grunderfahrung und der Erfahrung der Geistestaufe ist also nicht neu.
Diese Lehre ist alt und wird durch diese zwei Sakramente als ursprüngliche
neutestamentliche Erfahrung wenigstens bezeugt.
Die Pfingsterfahrung,
die die Jünger machten, sollte nicht auf damals beschränkt bleiben. Wir
lesen in Apostelgeschichte 2,38-39: "Tut Buße und lasse sich ein jeglicher
taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet
ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder
ist diese Verheißung und aller, die noch ferne sind, so viele der Herr,
unser Gott, herzurufen wird." Das heißt doch: Solange Gott noch ruft, gilt
diese Verheißung und soll diese Erfahrung gemacht werden. Für die Christen
der ersten Jahrhunderte war sie ganz normal. Diese Erfahrung wurde
entweder unter Handauflegung oder beim Hören des Wortes oder im
persönlichen Gebet gemacht. Diese obengenannte Verheißung will auch uns
Mut machen, uns nach der Kraft aus der Höhe auszustrecken, um so angetan
zu werden mit dem Heiligen Geist, für ein besseres Zeugnis und besseren
Dienst für den Herrn. Durch diese Erfahrung soll die Liebe zum Herrn
wachsen und das Leben Ihm ähnlicher werden.
Das Alte Testament zeigt im
Blick auf das Kommen des Heiligen Geistes zwei prophetische
Verheißungslinien. Die eine Verheißungslinie redet von dem, was wir
Wiedergeburt nennen, das heißt von der Erneuerung des Menschen durch den
Geist Gottes, zum Beispiel in: Hesekiel 36,26-27.
Da heißt es: "Ich will euch ein neues Herz und einen
neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus euch wegnehmen
und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will Meinen Geist in euch geben
und will solche Leute aus euch machen, die in Meinen Geboten wandeln und
Meine Rechte halten und danach tun." Auf Grund dieser Schriftstelle hatte
Jesus recht, dem Nikodemus einen Vorwurf zu machen, dem die Botschaft von
der Wiedergeburt offensichtlich völlig fremd war "Du bist der Lehrer
Israels und weißt dieses nicht?!" Als Lehrer Israels studierte er das Alte
Testament und sollte alle Wahrheiten lehren. Das Wunder der Wiedergeburt
im Sinne des Neuen Testaments war durch die Propheten deutlich
beschrieben. Die neue Heilszeit sollte durch eine neue grundlegende
Geisteserfahrung gekennzeichnet werden. Ohne Wiedergeburt bleibt das Reich
Gottes verschlossen. Das ist die eine Verheißungslinie.
Was die Jünger
zu Pfingsten erlebten, erklären die Apostel aber nicht mit Hesekiel 36,
sondern sie nehmen Bezug auf Joel 3: "Das ist das, was geschrieben steht
im Propheten Joel." Das ist die zweite Verheißungslinie. Diese spricht von
der Ausgießung des Heiligen Geistes und der damit verbundenen Ausrüstung
zu einem bevollmächtigten Zeugnis. Neben der Verheißung der
Lebenserneuerung, als Kennzeichen des Neuen Bundes, läuft parallel die
Verheißung der Ausrüstung mit der Kraft des Heiligen Geistes und mit
Charismen.
Der prophetische Geist, der im Alten Testament auf
Einzelpersonen und oftmals auch nur zu bestimmten Anlässen gegeben war,
soll jetzt eine Allgemeinerfahrung werden: "Eure Söhne und Töchter sollen
weissagen, eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, eure Ältesten sollen
Traumgesichte haben..." (Joel 3). Die beiden Verheißungslinien laufen
nicht gegeneinander. Sie sind wie zwei Seiten einer Medaille: Die
Lebenserneuerung ist das grundlegende Heilswerk des Heiligen Geistes, aber
die Ausrüstung mit Kraft und Gaben ist ein wichtiges anderes Werk
desselben Geistes. Er wirkt nicht nur die Wiedergeburt, Er schenkt uns
auch die Geistestaufe und die Geistesgaben.
Die Geistestaufe kann sehr wohl von der Heilserfahrung
unterschieden, aber nicht von ihr geschieden werden. Sie ist keine
abgekoppelte Erfahrung, sondern sie ist die Folge der Heilserfahrung. Sie
kann nur dort erfahren werden, wo man von neuem geboren ist und um
Vergebung der Sünden durch das Blut Jesu Christi weiß.
Es geht aber
nicht an, dass man einen Heiligungsstand zur Basis für den Empfang der
Geistestaufe macht, denn dann wäre sie keine Gnadenerfahrung. Deswegen ist
aber auch für uns der Geistgetaufte nie ein Christ höherer Klasse. Die
Geistestaufe ist kein Rangabzeichen oder Orden, sondern eine Ausrüstung
zum Dienst. Auch der geistgetaufte Charismatiker kann als Mensch
unangenehm auffallen. Er bedarf der Korrektur. Auch er muss der Heiligung
nachjagen. Die Erfahrung heiligt ihn nicht, sondern drängt ihn zur
Heiligung. Wer dem Drängen des Geistes folgt wird erleben, wie die Frucht
des Geistes wächst. Für den Stand in Christus sind nicht die Gaben der
Prüfstein, sondern die Frucht.
Für unser Heil ist einzig und allein
die Tatsache ausschlaggebend, dass Jesus Christus durch den Glauben in
unseren Herzen wohnt und Sein Blut uns von unseren Sünden gewaschen hat.
Die Gaben und die Kraftwirkungen sind Hilfen zum Bau der Gemeinde. Alle
Geisteserfahrungen sind aber Gnadenerfahrungen unter dem Kreuz. Der
Apostel Paulus sagt in Galater 3,13-14: "Christus aber hat uns erlöst von
dem Fluch des Gesetzes, da Er ward ein Fluch für uns ... auf dass der
Segen Abrahams unter die Heiden käme in Jesus Christus und wir den
verheißenen Geist empfingen durch den Glauben." Hier wird der Zusammenhang
Kreuz Geisteserfahrung dargestellt. Erkenntnis der Gnade macht nicht
stolz, sondern demütig und dankbar.
Ich weiß, dass es leider auch unter
Pfingstgläubigen einige gibt, die das falsch sehen, Ihre
Geisteserfahrungen missbrauchen sie, um sich selber auf ein höheres Podest
zu stellen. Das sind Einzelgänger. Ihre falsche Einstellung ist der Grund,
weshalb sie nicht in der Lage sind, sich in einer Gemeinde oder
Bruderschaft einzuordnen. Schuld an dieser Haltung ist aber nicht die
Erfahrung, sondern der Wandel im Fleisch, das heißt der Mangel an
Heiligung.
Die Geistestaufe ist nicht die Gabe der Gotteskindschaft,
sondern eine Gabe an Gotteskinder. Es gibt nicht mehr Heil als die
Gotteskindschaft, aber es gibt mehr Segnungen und Verheißungen für
Gotteskinder als die meisten bis heute erlebt haben. Jesus hat immer noch
mehr, und aus Seiner Fülle dürfen wir schöpfen, dürfen davon trinken und
dürfen davon weitergeben.
Wir erreichen nicht eine höhere Heilsstufe
mit einer Erfahrung der Geistestaufe, sondern ein tieferes Eindringen in
das Heilserbe, das Christus uns am Kreuz erworben hat.
Die Verheißung
der Geistestaufe ist keine abgegoltene Verheißung. Jesus ist heute noch
der, der mit Geist und Feuer tauft. Wir haben keine Hemmungen zu sagen:
Wir glauben an Jesus, den Täufer mit Geist und Feuer. Die Geistestaufe ist
eine Erfahrung, die auf Grund des Glaubens geschenkt wird. Das Zentrum des
Glaubens ist Jesus.
Wenn Sie, lieber Leser, die Erfahrung der
Geistestaufe noch nicht gemacht haben, sollten Sie sich durch keine
angeblichen theologischen Scheinargumente abhalten lassen, danach zu
suchen und darum ernstlich zu bitten. Jesus will auch Sie mit Geist und
Feuer taufen und hineinführen in neue, tiefere und noch gewaltigere
Erfahrungen mit dem Heiligen Geist.